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05.01.2001 - General Anzeiger Bonn

Kommunikationsbranche vor Riesenschritt - Weltweit telefonieren zum Ortstarif?
Auf der IT-Messe in der Beethovenhalle wollen drei Bonner Unternehmen zeigen, wie das geht

Bonn. Weltweit zum Ortstarif telefonieren: Bei allen Preisschlachten, die sich die Telefongesellschaften seit Jahren liefern, wäre das immer noch ein bislang unerreicht niedriges Gebührenniveau. Auf der ":bonn.komm!" , der Fachmesse für die Informationstechnologie-Branche am 22. und 23. Januar in der Beethovenhalle, wollen drei Bonner Unternehmen zeigen, wie das gehen kann.

Insgesamt 80 Aussteller vor allem aus der Region nutzen die zum dritten Mal veranstaltet Messe, um auf 1.200 Quadratmetern in der absolut ausgebuchten Halle neue Produkte vorzustellen, Geschäfte anzubahnen und den Markt zu beobachten. Aber auch für Firmen aus anderen Städten wird die von der Strukturförderungsgesellschaft (SFG) Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler organisierte Messe offenbar zunehmen interessant. Erstmals stellen sich die Kölner Telekommunikations-Gesellschaft "NetCologne", das Düsseldorfer Unternehmen "mediascape" und die Berliner "Netfox" dem Fachpublikum vor. Andere kamen nicht zum Zug. Nach Angaben der Organisatoren gingen insgesamt 174 Bewerbungen für die knapp bemessene Zahl der Stände ein.

Laut SFG-Geschäftsführer Martin Hennicke wird die Messe ihr bereits im vergangenen Jahr sehr betontes Image als Geschäftsmesse für Fachpublikum noch weiter ausbauen. In den Fachforen werden Referenten aus der Wirtschaft unter andrem neue Software vorstellen, über "e-business", also den Verkauf von Produkten via Internet, reden und auch aktuelle Entwicklungen in der Region aufgreifen.

Nach Schätzungen der SFG arbeiten in der Region Bonn etwa 25.000 Menschen in rund 800 Firmen der IT-Branche. Dabei ist der Branchenriese Telekom AG mit allein rund 10.000 Mitarbeitern (Tochterfirmen mitgezählt) noch gar nicht berücksichtigt. Trotz der jüngsten Aufsehen erregenden Pleiten von IT-Firmen, sieht Hermann Tengler, wie Hennicke SFG-Geschäftsführer, die Branche weiter im Wachstum und sucht nach qualifizierten Mitarbeitern. Auf der Messe wird es daher wie in dne vergangen Jahren eine Jobbörse geben, die im Internet (www.bonnkomm.de) auch einige Monate nach Ende der Messe noch abrufbar sein soll. Zusätzlich wird es auf der ":bonn.komm!" erstmals ein so genanntes Recruitment-Forum geben. Formen können dabei ihre Stellenangebote dem Publikum - im vergangen Jahr kamen insgesamt 7.000 Besucher - in Kurzvorträgen selbst präsentieren. Zu den Höhepunkten der Messe gehört das Pilotprojekt Telefonieren via Internet der Firmen Altvater & Schreiber, tops.net und Teleruf. Bernd Schreiber, Geschäftsführer Altvater & Schreiber, will auch privaten Kunden bereits in einem halben Jahr das Telefonieren zum Ortstarif rund um den Erball anbieten. Die Technik, bei der Sprache zunächst in "Datenpaket" verwandelt, dann per Leitung oder Funk via Internet versendet, und schließlich beim Empfänger/Gesprächspartner wieder in Sprache zurückverwandelt wird, müsse zwar noch von der Regulierungsbehörde Post und Telekommuunikation geprüft werden. Sobald das Amt Ja gesagt hat, wollen die drei firmen ein Bonner Krankenhaus damit ausstatten. "Wir haben uns gerade Bonn für das Pilotprojekt ausgesucht, weil hier die Telekom und die Regulierungsbehörde sitzen", so Schreiber.

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