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05.01.2001 - General Anzeiger Bonn

Ausflug in die Grauzone: Ferngespräche zum Ortstarif
Fachmesse :bonn.komm! mit Jobbörse und neuem Klub

Von Michael Peter Steffen

Weltweit zum Ortstarif telefonieren? Kein Problem, sonder eine Attraktion auf der :bonn.komm! 2001: Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann soll die Fachmesse am 22. Januar eröffnen, indem sie als erste Anruferin das Pilotsystem dreier Bonner Firmen nutzt. Verboten ist die Anwendung, die später mit den großen Telefonunternehmen konkurrieren soll, nicht - aber auch nicht erlaubt. Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hat das System, das auf einer Umwandlungsbox von Sprach- zu Datenpaketen basiert, noch nicht genehmigt. So wird die Beethovenhalle zumindest an einer ihrer 56 Messestände zur rechtlichen Grauzone.

Ansonsten wollen Unternehmen der Informationstechnologie und Telekommunikation in bunter Vielfalt auf 1.200 Quadratmetern die Innovations- und Leistungsstärke der Region TeleBonn beweisen. Auf der :bonn.komm! wird vieles präsentiert und vorgetragen, verlost und geschenkt - zur Werbung um Kunden, aber auch um neue Mitarbeiter. Denn trotz mancher Krisen am Neuen Markt boomt die IT-Branche schneller, als sie qualifizierte Personal findet.

"Wir haben daher als Messeneuheit neben unser bewährten Jobbörse ein großes Forum geschaffen, in dem sich viele Firmen auf elegante Art darstellen können", sagt gestern Martin Hennicke, Geschäftsführer der Strukturförderungsgesellschaft Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler mbH (SFG), die die :bonn.komm! nun zum dritten Mal veranstaltet. Da alle Angebote noch mehr auf das reine Fachpublikum abzielen, wurde auch der Kongresssteil mit seinen Schwerpunkten Software, Networks, eBusiness und TeleBonn gestärkt. So gibt es neben mehr als 30 Vorträgen und Diskussionen auch Workshops über Kreditprüfungen im eCommerce sowie zum Fernabsatzgesetz.

Die regionale IT-Szene soll sich auch noch mehr zum "Bonn-Valley" vereinen. Dafür gründeten mehrer Unternehmen jüngst den Wirtschaftsklub "B.I.R.T.". Sein Vorsitzender Bernd Schreiber stell nicht nur das erste Programm vor, er hat auch eine Vision: "Dann sitzen wir direkt auf dem Zementfabrik-Areal unterm Dach eines großen Kuppelbaus für zehn oder zwanzig IT-Firmen und entwickeln Ideen für neue Produkte und Geschäfte." Wer Probe sitzen mag: Auf der Messe platziert sich B.I.R.T. mit einer Ledergarnitur.

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