Roaming-Preisen geht's an den Kragen
Bonn, 5.04.2006 Zum 1. April 2006 ging ENUM, ein Verfahren zur Vereinfachung der Adressierung von Kommunikationsadressen auch in Deutschland an den Start. Derweil wettern die Mobilfunk-Anbieter gegen ENUM und streichen vor allem vermeintliche Schwächen heraus. Denn ENUM gibt dem Verbraucher den Schlüssel zum Routen von Anrufen zu seinen Rufnummern an die Hand, womit zum Beispiel Auslandsroutings so gesteuert werden können, dass die Roaming-Gebühren eingespart werden.
Aber was ist ENUM? ENUM steht für (tElephone NUmber Mapping) und ist ein System zur Adressierung von Telekommunikationsendgeräten über das Domain-Name-System (DNS) des Internet. Seit dem Jahr 2002 lief ein Feldversuch des DENIC auch mit deutschen Providern, der im Januar erfolgreich beendet wurde. Ziel von ENUM ist es, unterschiedliche Adressen, wie etwa Telefonnummern, URLs und Email-Adressen unter einer einzigen Nummer zu verwalten: Handynummern, das Telefon zu Hause und in der Firma, Faxnummern, aber auch E-Mail-Adressen, die eigene Website und alle anderen denkbaren - auch zeitlich beschränkten - Kommunikationsadressen sind dann zentral zusammengefasst und verwaltbar.
Je nachdem, welche Applikation ein Anrufer oder Sender verwendet, sucht sich diese unter der beim ENUM-Provider hinterlegten ENUM-Nummer zunächst automatisch die jeweils passende Zieladresse. ENUM führt damit das herkömmliche Telefonnetz mit dem IP-basierten Internet zusammen. Der Nutzen für den Anwender: Es reicht künftig aus, nur noch die ENUM-Nummer - also die normale Telefonnummer - mitzuteilen, und der Empfang aller denkbaren Nachrichten ist sichergestellt.
Aber ENUM kann noch mehr: Der Nutzer von Telekommunikationsdiensten hat künftig die volle Kontrolle darüber, wohin genau Nachrichten an seine ENUM-Adresse geleitet werden: So kann man bei einer Auslandreise die Anrufe auf seine Handynummer statt ins ausländische Mobilfunknetz an die Rufnummer des Hotels oder an eine Prepaid-Karte des Ziellandes weiterleiten lassen - die Kosten für das Roaming entfallen auf diese Weise.
Der neue Service kostet bis zu 20 Euro im Jahr, die sich aber schnell einsparen lassen. Zusätzlich attraktiv wird der Dienst dadurch, dass bis zum 30.09.2006 die DENIC, die in Deutschland als Registrar der ENUM-Domains fungiert, keine Kosten von seinen genossenschaftlich organisierten Partnern erhebt. So wird der Bonner DENIC-Partner tops.net diesen Registrierungsdienst ab sofort interessierten Firmen im Bonner Raum vorerst kostenfrei zur Verfügung stellen.
tops.net hat als Partner im Feldversuch an der Einführung des ENUM mitgewirkt. Mit der Stadt Bonn - die seither auch per ENUM erreichbar ist - wurde eine Anwendung realisiert, die es beispielsweise ermöglicht, dass die Telefonate zwischen ENUM-Nutzern wie tops.net und der Stadt Bonn über das kostengünstige Internet per Voice-over-IP geführt werden.
Einer Telefonanlage wurde die Open-Source-Lösung Asterisk (http://www.asterisk.org) vorgeschaltet, die automatisch verteilt, ob ein Anruf über das Internet (Voice-over-IP) oder das herkömmliche Telefon-Netz gelenkt wird.
Das Management der ENUM-Adresse und seiner Zuordnungen zu den jeweiligen Diensten erfolgt mit dem offiziellen Start am 01. April 2006 über ein komfortables Web-Interface. Die Registrierung ist schon jetzt kostenfrei möglich.
Interessierten Firmen steht tops.net zusätzlich als Partner für die Implementierung von Voice-over-IP-Lösungen zur Verfügung. Mit Asterisk ist das in der Regel günstiger möglich als mit den Systemen, die als Zusatz zur Telefonanlage angeboten werden.